A
Absorption
Unter Absorption versteht man die Abschwächung, die Licht erfährt, wenn es durch ein Material hindurch geht. Der Begriff stammt aus dem lateinischen und steht für "in sich aufnehmen".
Alterung
Unter Alterung versteht man die Erniedrigung des Solarzellenwirkungsgrades mit der Dauer der Beleuchtung. Dieser Effekt ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Von der Alterung betroffen sind in der Regel nur amorphe Solarzellen. Laborversuche haben ergeben, dass nach etwa 1.000 Sonnenstunden ein stabiler Sättigungswert für den Wirkungsgrad erreicht wird.
AM
AM ist die englische Abkürzung (Airmass) für Luftmasse. Die Luftmasse der Erdatmosphäre, durch die das Sonnenlicht dringt, beeinflusst dessen Zusammensetzung. Der Zahlenwert bei AM 1.5 ist der Faktor, um den der minimale Weg durch die Atmosphäre bei senkrechtem Einfall verlängert wird.
Ampere
Ampere ist die Maßeinheit für die elektrische Stromstärke.
Amperestunde
Die Amperestunde ist die physikalische Einheit der elektrischen Ladung. Berechnet wird sie aus Stromstärke und Zeit und gibt die gespeicherte Ladung in einem Akku oder einer Batterie an.
Anode
Eine Anode ist die positiv geladene Elektrode in einer Farbstoffzelle. An ihr findet der elektrische Übergang vom Metall zum flüssigen Elektrolyt statt.
Anschlussleistung
Anschlussleistung (Anschlusswert) ist die Summe der Nennleistungen aller beim Kunden vorhandenen elektrischen Verbrauchseinrichtungen.
Arbeit
Die elektrische Arbeit beschreibt die Menge an Energie, die in einem Zeitraum erzeugt oder verbraucht wird. Je länger ein elektrisches Gerät konstant läuft, desto mehr Arbeit wird verbraucht. Hierbei unterscheidet man, den Begriffen Wirk- und Blindleistung entsprechend, zwischen Wirkarbeit und Blindarbeit. Anmerkung: Ohne nähere Angaben versteht man unter Arbeit die Wirkarbeit. Einheit: Kilowattstunde (kWh).
Arbeitspreis
Der Arbeitspreis ist der Preisbestandteil, der von der verbrauchten Strommenge abhängt. Mit dem Arbeitspreis werden alle Kosten für Stromerzeugung und Transport von Strom abgedeckt sowie Steuern und Abgaben.
Auslandsschutzklausel
Bis zum 31. Dezember 2006 können deutsche Netzbetreiber den Netzzugang für Elektrizität aus dem Ausland verweigern, wenn der Strommarkt dort nicht im gleichen Maß liberalisiert ist wie in Deutschland.
AVBEltV
Verordnung über allgemeine Bedingungen für die Elektrizitätsversorgung von Tarifkunden. Danach müssen Elektrizitätsversorger jedermann an ihr Versorgungsnetz anschließen und in Niederspannung zu allgemeinen Tarifpreisen versorgen. Die AVBEltV regelt u. a. die Versorgungspflicht des Stromversorgers und seine Haftung bei Nichtlieferung.
B
Bandlieferung
Ist die Belieferung eines Kunden mit elektrischer Energie mit einer fest definierten Leistung rund um die Uhr und über das gesamte Jahr (über 8760 Std./a).
Baukostenzuschuss
Baukostenzuschuss/Netzkostenbeitrag ist der vom Anschlussnehmer/Kunden zu übernehmende Anteil an den Kosten für die Errichtung, Erweiterung und/oder Verstärkung von Verteilungsanlagen.
Becquerel
Alexandre-Edmond Becquerel war französischer Physiker. Im Jahr 1839 entdeckte er den photovoltaischen Effekt, wonach bei Bestrahlung einer Silberelektrode in einem Elektrolyt elektrische Spannung auftritt.
Benutzungsdauer
Benutzungsdauer ist der Quotient aus der elektrischen Arbeit in einer bestimmten Zeitspanne und einer elektrischen Leistung in derselben Zeitspanne. Siehe auch Jahresbenutzungsdauer.
Bestelleistung
Ist die vom Kunden bestellte Leistung (aufgrund von Prognosen) für den vertraglich festgelegten Zeitraum. Bestelleistungen können für unterschiedliche Zeiträume festgelegt werden, z.B. täglich, monatlich oder jährlich.
BHKW
Blockheizkraftwerk.
Biblis A
Die erste Netzeinspeisung des Druckwasserreaktors Biblis A erfolgte im August 1974. Bis zum 31. Dezember 1998 erbrachte das Kernkraftwerk eine Netto-Stromerzeugung von 161,3 Milliarden Kilowattstunden.
Biblis B
Die erste Netzeinspeisung des Druckwasserreaktors Biblis B erfolgte im April 1976. Bis zum 31. Dezember 1998 erbrachte das Kernkraftwerk eine Netto-Stromerzeugung von 157,1 Milliarden Kilowattstunden.
Bifacial-Zelle
Eine Bifacial-Zelle ist eine Solarzelle, die Licht von zwei Seiten verwerten kann. Beispielsweise kann von der Rückseite der Bifacial-Zelle zusätzliches Licht absorbiert werden, das von einer hellen Hauswand reflektiert wird.
Biomasse
Begriff für alle pflanzlichen Rohstofferzeugnisse und Restprodukte, aus denen Energie gewonnen werden kann. Dazu gehören beispielsweise traditionelles Feuerholz, Holzhackschnitzel, Rapsöl oder Biodiesel. Bayern spielt bei der Nutzung der Biomasse eine Vorreiterrolle, bis zum Jahre 2005 soll die Energiegewinnung aus Biomasse einen 5%igen Anteil an der bayrischen Energieversorgung erreichen.
Blindleistung
Blindleistung ist die elektrische Leistung, die zum Aufbau von magnetischen Feldern (z.B. in Motoren, Transformatoren) oder von elektrischen Feldern (z.B. in Kondensatoren) benötigt wird. Bei überwiegend magnetischem Feld ist die Blindleistung induktiv, bei überwiegend elektrischem Feld kapazitiv.
Blindleistungskompensation
Maßnahmen zur Verringerung des Blindleistungsflusses.
Blockheizkraftwerk (BHKW)
Blockheizkraftwerke (BHKW) sind Anlagen zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme. Dabei treibt ein Motor einen Generator zur Stromerzeugung an. Die Abwärme des Motors wird zu Heizzwecken verwendet.
Braunkohleschutzklausel
Aufgrund der staatlichen Subventionierung von Braunkohle ist festgelegt, dass in den neuen Ländern mindestens 70 Prozent des Stroms aus Braunkohle gewonnen werden müssen. Bis zum 31. Dezember 2003 bzw. 2005 können Netzbetreiber in den neuen Bundesländern den Netzzugang für Elektrizität aus den alten Bundesländern verweigern, da die Verstromung durch die von der Regierung subventionierte Braunkohle in ausreichendem Maße gewährleistet sein sollte.
Brennstoffzelle
Eine Brennstoffzelle ist eine Anlage zur Erzeugung von Strom und Wärme durch die Vereinigung von wasserstoffhaltigem Gas und Sauerstoff. Der Prozess setzt kaum Schadstoffe frei; allerdings arbeiten Brennstoffzellen noch nicht wirtschaftlich.
C
D
Dauerleistung
Die Dauerleistung einer Erzeugungs-, Übertragungs- und Verbrauchsanlage ist die Leistung, die bei einem bestimmungsgemäßen Betrieb ohne zeitliche Einschränkung erbracht wird und ihre Lebensdauer und Sicherheit nicht beeinträchtigt.
DC
DC - Abkürzung für direct current, engl. für Gleichstrom.
Diode
Eine Diode ist ein elektronisches Halbleiterbauelement, das elektrischen Strom in nur eine Richtung fließen lässt.
Drehstrom
Die Versorgungsnetze sind mit einem Dreileiter-Drehstromnetz ausgebaut. Es handelt sich um eine sinusförmige Wechselspannung, die eine Phasenverschiebung von 120ƒ aufweist und mit einer Frequenz von 50 Hz schwingt.
Druckwasserreaktor
Ein Druckwasserreaktor ist ein Leistungsreaktor, bei dem die Wärme aus der Spaltzone durch Wasser abgeführt wird, das unter hohem Druck (etwa 160 bar) steht. Derart erreicht es eine hohe Temperatur; ein Sieden in der Spaltzone wird vermieden. Das Kühlwasser gibt seine Wärme in einem Dampferzeuger an den Sekundärkreislauf ab.
Durchleitung
Durchleitung ist der Transport oder die Verteilung von Strom durch fremde Stromnetze. Der Strom wird in Kraftwerken erzeugt und von dort bis zum Netz des regionalen Versorgers oder Stadtwerks transportiert. Hier erfolgt dann die Durchleitung, d. h. der Strom wird durch das Netz des Versorgers bis zum Stromkunden geleitet. Das Netz gehört also nach wie vor dem Regionalversorger oder Stadtwerk - der Strom des jeweiligen Anbieters wird lediglich durchgeleitet.
Durchleitungsentgelt
Durchleitungsentgelte sind entfernungsabhängige Gebühren für die Benutzung der Netzinfrastruktur. Gemäß Energiewirtschaftsgesetz sind vorhandene Leitungen gegen festgelegte und nachweisbare Durchleitungsentgelte jedem transparent, objektiv und diskriminierungsfrei zur Verfügung zu stellen.
Durchleitungsgebühren
Steht dem Netzbetreiber für die durchgeleitete Energie Dritter zu. Die Durchleitungsgebühr beinhaltet die Kosten für Netzaufbau und Erhaltung, Pflege und Reparatur, Erneuerung sowie Umspannungen zwischen den verschiedenen Spannungsebenen, den System- Dienstleistungen für Frequenz und Spannungshaltung sowie der anteiligen Übertragungsverluste. Wenn ein Haushalt in Hamburg beispielsweise Strom von einem Bielefelder Unternehmen bezieht, dann muss der Kunde damit rechnen, dass sein ehemaliger Hamburger Stromanbieter eine ziemlich hohe Durchleitungsgebühr verlangt. Diese Gebühr macht in den meisten Fällen den Preisvorteil zunichte. Denn es gibt keine Regulierungsbehörde im Strommarkt, die diese Gebühren verbindlich festschreibt. Deshalb sind viele Experten der Meinung, dass der Strommarkt erst richtig boomt, wenn die Durchleitungsgebühr wegfällt. Entsprechende Regelungen sind im November 1999 getroffen worden. Gemäß Energiewirtschaftsgesetz sind vorhandene Leitungen gegen festgelegte und nachweisbare Durchleitungsentgelte jedem transparent, objektiv und diskriminierungsfrei zur Verfügung zu stellen.
E
Einspeisevergütung
Vergütung für die Einspeisung von regenerativ erzeugtem elektrischem Strom (Windkraft etc.) in das allgemeine Stromnetz.
Elektrizität
Bedeutungsgleich mit Strom.
Elektron
Ein Elektron ist ein negativ geladenes Teilchen. Wenn sich Elektronen bewegen, dann fließt elektrischer Strom.
Elektrosmog
Mit "Elektrosmog" bezeichnet man elektromagnetische Felder, die sowohl in hoch- als auch in niederfrequenter Form auftreten können. Ob "Elektrosmog" gesundheitliche Schäden nach sich ziehen kann, ist umstritten.
Emissionen
Mit Emissionen bezeichnet man in erster Linie die Abgabe von Schadstoffen an die Umwelt - beispielsweise Luftschadstoffe, Radioaktivität und Staub. Auch kann von Gewerbe, Industrie und Verkehr verursachter Lärm gemeint sein. Durch Gesetze und Verordnungen werden Emissionen seitens des Gesetzgebers begrenzt.
Energie
Als Energie bezeichnet man die in einem System oder Körper gespeicherte Arbeit sowie das Vermögen, Arbeit zu verrichten oder Wärme abzugeben.
Energiekosten
In den Energiekosten summieren sich alle Kosten, die bei der Erzeugung und Verteilung von Energie entstehen - etwa Investitionen in Anlagen, Betriebsmittel, Instandhaltungs- und Personalkosten. Regenerative Energien schneiden bei solchen Berechnungen zumeist schlechter ab als Kohle, Gas oder Öl, wobei freilich die Umweltfolgekosten nicht berücksichtigt werden.
Energiemix
Die Zusammensetzung der Energieerzeugung eines Stromproduzenten aus unterschiedlichen Energieträgern. In Deutschland wird Strom zu etwa 36 % aus Uran, 28 % aus Braunkohle, 25 % aus Steinkohle, 6 % aus Erdgas, 3 % aus Wasser, 0,5 % aus Heizöl, 0,5 % aus Sonne und Wind sowie 1 % aus sonstigen Energieträgern erzeugt.
Energiesparen
Da die Vorräte an fossilen Brennstoffen begrenzt sind und der "Treibhauseffekt" das Weltklima gefährdet, ist die Menschheit angehalten, Energie zu sparen. Das größte Einsparpotential bietet die Wohnungsheizung: Eine optimale Dämmung der Hauswände sowie die Umrüstung auf moderne Erdgas-Heiztechnik zahlt sich nicht nur für die Umwelt, sondern auch in barer Münze aus - schließlich machen sich die notwendigen Investitionen schon nach relativ kurzer Zeit über die eingesparten Brennstoffkosten bezahlt.
Energieträger
Als Energieträger bezeichnet man die Brennstoffe, mit denen die Kraftwerke betrieben werden. Strom wird aus verschiedenen Energieträgern (Kohle, Uran, Erdgas usw.) erzeugt.
Energiewirtschaftsgesetz
Die Liberalisierung des Strommarkts geht auf das Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts zurück, das der Bundestag im April 1998 beschlossen hat.
Energiewirtschaftsrecht
siehe Energiewirtschaftsgesetz.
Engpassleistung
Die Engpassleistung eines Kraftwerksblocks oder eines Kraftwerks ist die höchste Dauerleistung, die unter Normalbedingungen ausfahrbar ist. Sie ist durch den leistungsschwächsten Anlageteil (Engpass) begrenzt, sie wird durch Messungen ermittelt und auf Normalbedingungen umgerechnet.
Erdgas
Erdgas ist ein in der Bundesrepublik Deutschland noch relativ junger Energieträger, da es erst seit Mitte der 60er Jahre Verbreitung gefunden hat. Mittlerweile liegt der Erdgas-Anteil am Primärenergieverbrauch in Deutschland bei 21,6 %, womit Erdgas hinter Mineralöl (40 %) und Kohle (25 %) auf dem dritten Platz rangiert. In Deutschland wird jede dritte Wohnung mit Erdgas beheizt. Die Produktion von Erdgas ist in Deutschland im ersten Halbjahr 1999 um 7,6 % auf etwa elf Milliarden Kubikmeter gestiegen. Entscheidend für den zunehmenden Marktanteil von Erdgas sind die Versorgungssicherheit, seine umwelt- und klimaverträgliche Verwendung (Erdgas ist nach Wasserstoff der emissionsärmste Brennstoff), seine Effizienz sowie seine finanzielle Wettbewerbsfähigkeit. Deutschland bezieht sein Erdgas zu 22 % aus dem eigenen Land, zu 41 % aus westeuropäischen Quellen und zu 37 % aus russischer Förderung. Der Transport zum Endverbraucher erfolgt über Pipelines.
Erdöl
Erdöl ist ein dickflüssiges Gemisch aus etwa 500 verschiedenen Kohlenwasserstoffen. Die Farbe ist wasserklar bis fast schwarz, stets grün fluoreszierend. Erdöl ist hauptsächlich aus tierischen Substanzen der Vorzeit entstanden und besteht zu 80,4 bis 87 % aus Kohlenwasserstoff, zu 9,6 bis 13,8 % aus Wasserstoff, zu 0 bis 3 % aus Sauerstoff, zu 0 bis 5 % aus Schwefel und zu 0 bis 2 % aus Stickstoff. Die chemische Zusammensetzung schwankt je nach Fundort. Das Land mit der größten Erdölförderungsmenge der Welt ist Russland mit einer jährlichen Förderung von 624 Millionen Tonnen. Dem folgen die USA mit 455 Millionen Tonnen, Saudi-Arabien mit 251 Millionen Tonnen, Mexiko mit 143 Millionen Tonnen, China mit 135 Millionen Tonnen, der Irak mit 128 Millionen Tonnen und Großbritannien mit 115 Millionen Tonnen. In Deutschland kommt Erdöl in Niedersachsen (Emsland) und in Schleswig-Holstein vor, jedoch weist die Bundesrepublik eine mit 4,4 Millionen Tonnen vergleichsweise geringe Förderung vor.
Erdwärme
Im Erdkern ist es über 6000 Grad Celsius heiß - und diese immense Wärmeenergie macht man sich mancherorts zu Nutze: Die Erdwärme steigt durch die Erdkruste an die Erdoberfläche auf, wo sie noch eine Durchschnittstemperatur von 10 Grad Celsius aufweist. Je 1000 Meter Tiefe nimmt sie um 30 Grad Celsius zu, und an solchen Stellen, wo die Erdkruste relativ dünn ist, gibt es schon in einer Tiefe zwischen 500 und 2000 Meter Warmwasser mit einer Temperatur von 60 Grad Celsius und mehr. Dieses Tiefenwasser wird in schon 50 Ländern der Welt angebohrt; in Paris werden sogar 100.000 Wohnungen direkt über solche Wärmepumpen beheizt.
Erneuerbare Energien
Unter erneuerbaren bzw. regenerativen Energien versteht man Energieträger, die unbegrenzt zur Verfügung stehen - also Erdwärme, Sonne, Wasser und Wind. In Deutschland spielt allerdings nur die Wasserkraft eine größere Rolle: 3,5 % des Stroms kommen von Stauwerken und Talsperren. Sonnenkraft und Windenergie hingegen lassen sich ohne Subventionen kaum oder nicht wirtschaftlich nutzen.
Erzeuger
Als Erzeuger bezeichnet man die Energieversorgungsunternehmen, die in eigenen Kraftwerken Strom herstellen, also "erzeugen". Dies sind in Deutschland neben den acht Verbundunternehmen zahlreiche Regionalversorger und Stadtwerke. Auch einige Industriebetriebe und unabhängige Erzeuger, die über kein eigenes Stromnetz verfügen, produzieren Strom.
EVU
Abkürzung für Energieversorgungsunternehmen.
F
Fahrplanlieferung
Der Kunde erstellt entsprechend seiner zu erwartenden Abnahme im monatlichen oder wöchentlichen oder täglichen Rhythmus einen Fahrplan, welcher beim Versorger angemeldet wird. Der Energielieferant hat somit wiederum die Möglichkeit, sich auf die bestellte Energiemenge einzustellen und auch entsprechend zu disponieren.
Fernwärme
Unter Fernwärme versteht man eine Wohnungs- und Gebäudeheizung für ganze Siedlungen oder Stadtteile. Die Wärme wird in einem zentralen Heizwerk erzeugt und über ein Warmwasser- oder Dampfrohrsystem verteilt.
Fixkosten
Die Fixkosten setzen sich zusammen aus dem Arbeits- und Leistungspreis.
Frequenz
Unabhängig von den Spannungsebenen Niederspannung, Mittelspannung und Hochspannung sind die gesamten Versorgungsebenen als Wechselstrom bzw. Drehstromnetze aufgebaut (sinusförmig), die mit 50 Hertz schwingen. Die physikalische Einheit Hz gibt die Anzahl der Schwingungen pro Sekunden an.
G
Gewerbekunde
Jeder Stromkunde, der für einen Gewerbebetrieb einen separaten Stromvertrag abgeschlossen hat.
Gezeitenkraftwerk
Gezeitenkraftwerke sind Wasserkraftwerke, die Gezeitenströme nutzen. Sie gelten als erneuerbare Energie. Weltweit gibt es nur 100 günstige Bauplätze, die aber gegebenenfalls Tier- und Pflanzenwelt negativ beeinträchtigen können. In Deutschland lohnt sich der Bau eines Gezeitenkraftwerkes nicht.
GKN-1 Neckar
Die erste Netzeinspeisung des Druckwasserreaktors GKN-1 Neckar erfolgte im Juni 1976. Bis zum 31. Dezember 1998 erbrachte das Kernkraftwerk eine Netto-Stromerzeugung von 122,4 Milliarden Kilowattstunden (inklusive Bahnstrom-Generator). GKN erzeugt ein Drittel des Stroms in Baden-Württemberg. Die Betreiber planen die Erweiterung der Lagerkapazität und Verlängerung der Betriebsdauer. Wegen der allsommerlichen Niedrigwasser-Probleme war eine Zeitlang eine Rheinwasserüberleitung und Speicherseen im Schwarzwald im Gespräch. Beides wurde nicht realisiert. Nun betreiben die Verantwortlichen den Ausbau der "Ehmetsklinge", eines kleinen Badesees unterhalb des GKN. GKN hat mittlerweile ein weiteres großes Grundstück erworben. Die Bürgerinitiativen vor Ort rechnen mit einem baldigen Antrag auf Errichtung eines Zwischenlagers.
Grundpreis
Der Grundpreis ist der Preisbestandteil, der von der verbrauchten Strommenge unabhängig ist. Er wird zumeist monatlich erhoben. Er deckt die Kosten für Leistungsbereitstellung, Abrechnung, Zählermiete und allgemeine Vertriebskosten.
H
Hausanschluss
Tarifkunden: Der Hausanschluss besteht aus der Verbindung des Niederspannungsnetzes mit der Kundenanlage. Er beginnt an der Abzweigstelle des Niederspannungsnetzes und endet mit der Hausanschluss-Sicherung (abweichende Regelungen sind möglich). 2. Sonderkunden: Sonderkunden können je nach Größenordnung aus dem Niederspannungsnetz als auch aus dem Mittelspannungsnetz versorgt werden. Je nach Einspeisung kann sich somit die Energie- und Eigentumsübergabestelle im Bereich des Mittelspannungsnetzes oder Niederspannungsnetzes befinden.
Heizkraftwerke
Heizkraftwerke (HKWS) werden zumeist mit Kohle, seltener mit Erdöl oder Müll betrieben. Sie erzeugen Wärme und Strom. Verglichen mit separater Erzeugung von Strom und Wärme verbrauchen Heizkraftwerke deutlich weniger Brennstoff für die gleiche Wärme- und Strommenge. Folge: Energieeinsparung und geringerer Schadstoffaustausch.
Heizsysteme
Heizsysteme unterscheiden sich nach Brennstoff, Energiebedarf, Wirkungsgrad und Umweltverträglichkeit. Aufgrund niedriger Energiepreise sind Erdgas und Erdöl die wirtschaftlichsten Heizsysteme; in Sachen Umweltschutz liegen Solar- und Fernheizungen vorne. In der Bundesrepublik dominieren Zentralheizungen mit Erdgas, Heizöl und Braunkohle als Brennstoffen.
Heizung
Heizsysteme unterscheiden sich nach Brennstoff, Energiebedarf, Wirkungsgrad und Umweltverträglichkeit. Aufgrund niedriger Energiepreise sind Erdgas und Erdöl die wirtschaftlichsten Heizsysteme; in Sachen Umweltschutz liegen Solar- und Fernheizungen vorne. In der Bundesrepublik dominieren Zentralheizungen mit Erdgas, Heizöl und Braunkohle als Brennstoffen.
Hoch- und Höchstspannungsnetze
Hoch- und Höchstspannungsnetze werden von den 8 großen Verbundunternehmen betrieben. Sie bestehen aus Überlandleitungen, in denen Strom bei Spannungen von 110 bis 380 kV über große Entfernungen transportiert wird.
Hochspannung
Hochspannung dient zur regionalen bis überregionalen Energieübertragung. Die Spannungsebene ist definiert ab 60.000 Volt bis 150.000 Volt (60 kV bis 150 kV), gebräuchliche 110 kV.
Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung
Elektrische Energieübertragung auf Kabeln (auch Unterwasserkabeln) und Freileitungen mit hochgespanntem Gleichstrom. Abk. HGÜ.
Höchstleistung
Höchstleistung ist die größte elektrische Leistung, die während einer bestimmten Zeitspanne aufgetreten ist, z.B. Jahres-Höchstleistung, Monats-Höchstleistung, Tages-Höchstleistung.
Höchstspannung
Dient zur überregionalen Energieübertragung. Die Spannungsebene ist definiert ab 150.000 Volt (150 kV).
Holz
Der Energie-Rohstoff Holz ist die am häufigsten vorkommende Biomasse. Jedoch hat Holz nur ein Fünftel des Energiegehalts von Heizöl, zudem sind seine Schadstoffemissionen größer als die von Kohle, Erdgas oder Erdöl. Andererseits wächst Holz nach und bindet das bei der Verbrennung freigewordene Kohlendioxid wieder.
HT-Zeiten
Hochtarif-Zeiten (siehe auch Zweittarifzähler).
I
Immissionen
Mit Immissionen bezeichnet man den Einfall von Lärm und Schadstoffen in eine Umgebung, zum Beispiel als Luft- oder Wasserverschmutzung. Immissionen werden zumeist in Gramm je Kubikmeter - resp. als Lärm in Dezibel - angegeben. Grenzwerte schreibt das Bundesimmissionsschutzgesetz vor.
Inselbetrieb
Hierbei handelt es sich um Stromerzeugungsanlagen, die nicht unbedingt im Netzparallelbetrieb gefahren werden müssen. Die Anlagen besitzen eigenständige Einrichtungen, um die notwendige Versorgungsspannung z.B. 400 Volt und Frequenz von 50 Hz zu erzeugen. Solche Einrichtungen sind dringend notwendig in Krankenhäusern und Kliniken.
J
Jahresbenutzungsdauer
Die Jahresbenutzungsdauer in h/a (Vollbenutzungsstunden) ist der Quotient aus der verbrauchten Jahresenergie und der maximalen elektrischen Leistung eines Kunden. Sie sagt aus, für wie viele Stunden im Jahr der Kunde Elektrizität bezogen hätte, wenn er konstant die Maximalleistung abgenommen hätte. Im Idealfall (bei absolut konstantem Verbrauch ohne Unterbrechung) wäre die Jahresbenutzungsdauer 365 x 24 h = 8.760 Stunden. So hatte z. B. die Kernenergie (als typische Grundlastkraftwerke) 1997 in Deutschland eine (Aus-) Nutzungsdauer von 7.645 Stunden, während z. B. Pumpspeicher ohne natürlichen Zufluss (als typische Spitzenleistungskraftwerke) eine Nutzungsdauer von nur 780 Stunden hatten. Je höher die Jahresbenutzungsdauer, desto höher ist daher zwar der Leistungspreis für die Netznutzung, doch desto geringer ist der Arbeitspreis für die Netznutzung. Ein konstanter Verbrauch - und damit eine geringe maximale Leistung und eine hohe Jahresbenutzungsdauer - zahlt sich aus.
K
KBR Brokdorf
Die erste Netzeinspeisung des Druckwasserreaktors Brokdorf erfolgte im Oktober 1986. Bis zum 31. Dezember 1998 erbrachte das Kernkraftwerk eine Netto-Stromerzeugung von 119,4 Milliarden Kilowattstunden.
Kernenergie
In Kernkraftwerken wird durch die Spaltung radioaktiver Stoffe wie Uran Energie gewonnen. Die bei der Kernreaktion freigesetzte Wärme wird über Wärmetauscher zur Erzeugung von Wasserdampf genutzt; dieser treibt dann wie in konventionellen Kraftwerken eine Turbine an.
Kernfusion
Unter Kernfusion versteht man die Energieerzeugung durch das Verschmelzen von Schwerem Wasserstoff zu Helium. Aus einem Gramm Fusionsstoff ließe sich soviel Energie wie aus sechs Tonnen Steinkohle gewinnen. Allerdings gibt es noch große technische Probleme, eine kontrollierte Fusionsreaktion aufrechtzuerhalten - entsprechende Reaktoren werden wohl nicht vor Mitte des 21. Jahrhunderts gebaut werden können. Reaktorsicherheit sowie die Menge des radioaktiven Abfalls wären mit normalen Kernkraftwerken vergleichbar.
Kernkraftwerk
Als Kernkraftwerk bezeichnet man ein Wärmekraftwerk, das überwiegend der Stromversorgung dient. Bei einem Kernkraftwerk wird die bei der Kernspaltung in einem Reaktor freigesetzte Kernbindungsenergie in Wärme und über einen Wasser-Dampf-Kreislauf mittels Turbine und Generator in elektrische Energie umgewandelt. In Deutschland sind 19 Kernkraftwerke mit einer elektrischen Bruttoleistung von 22 264 Megawatt in Betrieb (Stand: Januar 1999). Im Jahr 1998 erzeugten sie 161,7 Mrd. kWh elektrischen Strom, das entspricht einem Anteil von 34 % an der öffentlichen Stromversorgung in Deutschland. 16 Kernkraftwerke - insbesondere Versuchs-, Prototyp- und Demonstrationsanlagen, die in den 60er und 70er Jahren errichtet wurden - wurden bisher außer Betrieb genommen, darunter auch die fünf Blöcke des Kernkraftwerks Greifswald. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es die folgenden Kernkraftwerke: GKN-1 Neckar, GKN-2 Neckar, KBR Brokdorf, KKB Brunsbüttel, KKE Emsland, KKG Grafenrheinfeld, KKI-1 Isar, KKI-2 Isar, KKK.
Kernspaltung
Wenn ein spaltbarer Atomkern von einem Neutron getroffen wird, so spaltet er sich in zwei Teile. Dabei entstehen zwei bis drei Neutronen, die weitere Kernspaltungen auslösen können. Gegebenenfalls kann eine Kettenreaktion entstehen. Die derart freigesetzte Wärme wird in Kernkraftwerken nutzbar gemacht.
Kilowattstunde
Das Kilowatt (kWh = 1.000 Watt) ist die Einheit für die elektrische Leistung. Der Begriff wird vor allem in der Elektrotechnik angewandt. Ein 1000-Watt-Staubsauger verbraucht beispielsweise in einer Stunde 1000 Watt-Stunden Strom - das entspricht einer kWh. Weitere Beispiele: Mit einer Kilowattstunde Strom kann man sieben Stunden fernsehen (140 Watt-TV), 15 Hemden mit dem Dampfbügeleisen bügeln (1000 Watt-Dampfbügeleisen), zehn Stunden mit einer 100 W-Glühlampe einen Raum beleuchten - mit einer Energiesparlampe ist das sogar 50 Stunden lang möglich! -, mit einer 850 W-Kaffeemaschine 70 Tassen Kaffee kochen oder mit einem 25 Watt-CD-Player 40 Stunden lang CDs abspielen.
KKB Brunsbüttel
Die erste Netzeinspeisung des Siedewasserreaktors Brunsbüttel erfolgte im Juni 1976. Bis zum 31. Dezember 1998 erbrachte das Kernkraftwerk eine Netto-Stromerzeugung von 77,5 Milliarden Kilowattstunde.
KKE Emsland
Die erste Netzeinspeisung des Druckwassereaktors Emsland erfolgte im April 1988. Bis zum 31. Dezember 1998 erbrachte das Kernkraftwerk eine Netto-Stromerzeugung von 110,9 Milliarden Kilowattstunden.
KKG Grafenrheinfeld
Die erste Netzeinspeisung des Druckwasserreaktors Grafenrheinfeld erfolgte im Dezember 1981. Bis zum 31. Dezember 1998 erbrachte das Kernkraftwerk eine Netto-Stromerzeugung von 156,6 Milliarden Kilowattstunden. Seine Kapazität liegt bei 1345 MW.
KKI-1 Isar
Die erste Netzeinspeisung des Siedewasserreaktors KKI-1 Isar erfolgte im Dezember 1977. Bis zum 31. Dezember 1998 erbrachte das Kernkraftwerk eine Netto-Stromerzeugung von 114,1 Milliarden Kilowattstunden. Isar 1 war der Versuch der Baufirma KWU, eine besonders billige eigenständige deutsche Reaktorlinie zu entwickeln. Trotz technischer Schwierigkeiten wurden die in Bau befindlichen Anlagen fertig gebaut, die Linie aber dann nicht weiterverfolgt.
KKI-2 Isar
Die erste Netzeinspeisung des Druckwasserreaktors KKI-2 Isar erfolgte im Januar 1988. Bis zum 31. Dezember 1998 erbrachte das Kernkraftwerk eine Netto-Stromerzeugung von 113,4 Milliarden Kilowattstunden. Für Isar 2, einen der derzeit letzten entwickelten Reaktortypen in Deutschland, fassen einige der Gesellschafter den Einsatz von MOX-Brennelementen ins Auge, die Leistungserhöhung durch Turbinenaustausch wurde bereits durchgeführt. 1983 und 1984 hatte das von der Bayernwerk AG (München) betriebene Grafenrheinfeld die weltweit höchste Stromproduktion. Grafenrheinfeld ist als möglicher Standort für den EPR und/oder ein Zwischenlager im Gerede.
KKK Krümmel
Die erste Netzeinspeisung des Siedewasserreaktors Krümmel erfolgte im September 1983. Bis zum 31. Dezember 1998 erbrachte das Kernkraftwerk eine Netto-Stromerzeugung von 121,2 Milliarden Kilowattstunde.
KKM Mühlheim-Kärlich
Die erste Netzeinspeisung des Reaktors Mühlheim-Kärlich erfolgte im März 1986. Seit September 1988 ist das Kernkraftwerk aus juristischen Gründen auþer Betrieb. Im genannten Zeitraum wurde eine Netto-Stromerzeugung von 8,8 Milliarden Kilowattstunden erbracht.
KKP-1 Philippsburg
Die erste Netzeinspeisung des Siedewasserreaktors KKP-1 Philippsburg erfolgte im Mai 1979. Bis zum 31. Dezember 1998 erbrachte das Kernkraftwerk eine Netto-Stromerzeugung von 107,2 Milliarden Kilowattsunden.
KKP-2 Philippsburg
Die erste Netzeinspeisung des Druckwasserreaktors KKP-2 Philippsburg erfolgte im Dezember 1984. Bis zum 31. Dezember 1998 erbrachte das Kernkraftwerk eine Netto-Stromerzeugung von 140,5 Milliarden Kilowattstunden.
KKS Stade
Die erste Netzeinspeisung des Druckwasserreaktors Stade erfolgte im Januar 1972. Bis zum 31. Dezember 1998 erbrachte das Kernkraftwerk eine Netto-Stromerzeugung von 122,7 Milliarden Kilowattstunden.
KKU Unterweser
Die erste Netzeinspeisung des Druckwasserreaktors Unterweser erfolgte im Oktober 1978. Bis zum 31. Dezember 1998 erbrachte das Kernkraftwerk eine Netto-Stromerzeugung von 174,9 Milliarden Kilowattstunden - Spitzenwert in der Bundesrepublik Deutschland.
KKW
Kernkraftwerk.
Kohle
Kohle ist ein fester fossiler Brennstoff und seit der Industrialisierung ein wichtiger Energieträger für die Strom- und Wärmeerzeugung. Wegen des hohen Kohlenstoffanteils (bis zu 75 %) zieht die Verbrennung von Kohle eine relativ hohe Umweltbelastung mit sich. Diese kann im Kraftwerk durch aufwendige Maßnahmen reduziert werden.
Kohlekraftwerk
Kohlekraftwerke sind mit Braun- oder Steinkohle befeuerte Dampfkraftwerke. In der Bundesrepublik Deutschland erzeugen sie etwa die Hälfte des Stroms. Zwar wurde ihre Umweltverträglichkeit in den vergangenen Jahren erheblich verbessert, jedoch ist die Abgabe von rund 300 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre sehr problematisch.
Kohlendioxid
Kohlendioxid entsteht bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe (Kohle, Erdgas, Erdöl). Als sogenanntes "Treibhausgas" beeinträchtigt es den natürlichen Kohlendioxid-Kreislauf und trägt derart zu einer Klimaverschiebung bei. Der jährliche Ausstoþ liegt weltweit bei 22 Milliarden Tonnen.
Konzessionsabgabe
Die Besitzer der Stromnetze verlegen ihre Leitungen oft über bzw. unter öffentlichen Straßen und Wegen. Dafür bezahlen sie den jeweiligen Städten und Gemeinden eine Nutzungsgebühr: die Konzessionsabgabe. Die Konzessionsabgabe wird als Bestandteil des Arbeitspreises an die Stromkunden weitergegeben. Ihre Höhe hängt von der Größe der Stadt oder Gemeinde ab. Sie variiert zwischen 2,3 Pf/kWh für kleinere Gemeinden und 4,7 Pf/kWh für Städte über 500.000 Einwohner.
Kraftwerk
Ein Kraftwerk ist eine Anlage zur Stromerzeugung. Es gibt Gas-, Öl-, Kohle-, Wasser-, Solar- und Kernkraftwerke.
KRB-B Grundremmingen B
Die erste Netzeinspeisung des Siedewasserreaktors Grundremmingen B erfolgte im März 1984. Bis zum 31. Dezember 1998 erbrachte das Kernkraftwerk eine Netto-Stromerzeugung von 125,7 Milliarden Kilowattstunden. Grundremmingen war stets Vorreiter für die deutsche Atomtechnologie. Block A war 1966 das weltweit gröþte AKW. Nach mehreren schweren Unfällen wurde er 1977 abgeschaltet, weil sich die Sanierung nicht mehr lohnte. Die beiden anderen Blöcke (B und C) sollen noch einige Jahrzehnte weiterlaufen. Grundremmingen war weltweit der erste Siedewasserreaktor, bei dem es zum MOX-Einsatz kam, sowie das erste AKW, das 1993 die damals noch nicht genehmigte THORP II-Wiederaufbereitungsanlage von Sellafield belieferte. Ende 1994 kündigte Grundremmingen die Wiederaufbereitungsverträge; seitdem setzt man auf "direkte Endlagerung".
KRB-C Grundremmingen C
Die erste Netzeinspeisung des Siedewasserreaktors Grundremmingen C erfolgte im November 1984. Bis zum 31. Dezember 1998 erbrachte das Kernkraftwerk eine Netto-Stromerzeugung von 119,3 Milliarden Kilowattstunden. Grundremmingen war stets Vorreiter für die deutsche Atomtechnologie.
Kunden
Kunden können Tarifkunden (Haushalt, Landwirtschaft und Gewerbe) und Vertragskunden (Industriebetriebe und größere öffentliche Einrichtungen mit einem Jahresstromverbrauch von über 50.000 Kilowattstunden) sein.
Kundenanlage
Kundenanlage ist die Gesamtheit der Anlage ab der Haupt- und Verteilungssicherung (Zähleranlage), die vom Kunden betrieben wird. Kurzschluss-Festigkeit: Für ein Betriebsmittel während einer bestimmten Dauer maximal zulässiger Kurzschluss-Strom.
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Kundenanlage
Kundenanlage ist die Gesamtheit der Anlage ab der Haupt- und Verteilungssicherung (Zähleranlage), die vom Kunden betrieben wird. Kurzschluss-Festigkeit: Für ein Betriebsmittel während einer bestimmten Dauer maximal zulässiger Kurzschluss-Strom.
KWG Grohnde
Die erste Netzeinspeisung des Druckwasserreaktors Grohnde erfolgte im September 1984. Bis zum 31. Dezember 1998 erbrachte das Kernkraftwerk eine Netto-Stromerzeugung von 148,2 Milliarden Kilowattstunde.
KWh
Siehe Kilowattstunde.
KWO Obrigheim
Die erste Netzeinspeisung des Druckwasserreaktors Obrigheim erfolgte im Oktober 1968. Bis zum 31. Dezember 1998 erbrachte das Kernkraftwerk eine Netto-Stromerzeugung von 69,4 Milliarden Kilowattstunden. Obrigheim war das erste deutsche AKW, das den Betreibern übergeben wurde. Allerdings wurde es anders gebaut als in den Genehmigungen angegeben. Dagegen prozessiert seit Ende der 80er Jahre die Klägergemeinschaft "AKW Obrigheim abschalten". Mittlerweile werden in Obrigheim MOX-Elemente verbrannt.
L
Lastabwurf
siehe Maximumüberwachung Lastführung: Beeinflussung der Leistungsinanspruchnahme von angeschlossenen Verbrauchern.
Lastprofile
In Lastprofilen (-kurven) wird der Stromverbrauch der Bevölkerung geschätzt oder berechnet. Mit Hilfe der Lastprofile wird die Strommenge festgelegt, die für die Endverbraucher im Stromnetz zu einer bestimmten Zeit zur Verfügung gestellt werden muss.
Leistung
Die elektrische Leistung beschreibt die Intensität, mit der zu einem Zeitpunkt Energie erzeugt oder verbraucht wird (Leistung=Arbeit/Zeit). Bei der elektrischen Leistung werden unterschieden: Wirkleistung (P), Blindleistung (Q), Scheinleistung (S). Je höher die Leistung eines elektrischen Geräts ist, desto mehr Energie (d. h. Arbeit) wird in einer Zeiteinheit verbraucht. Einheit: Watt (W) oder Kilowatt (kW).
Leistungsfaktor
Leistungsfaktor ist der Quotient aus Wirkleistung und Scheinleistung. Anmerkung: Der Leistungsfaktor ist ein Maß dafür, in welchem Umfang neben Wirkleistung auch Blindleistung beansprucht wird.
Leistungspreis
Mit dem Leistungspreis wird die pauschale Summe bezeichnet, die ein Stromanbieter für die Lieferung von Strom erhebt.
Liberalisierung
Nach einer Gesetzesänderung im letzten Jahr (29. April 1998) dürfen Stromanbieter jetzt überall in Deutschland Strom liefern. Der Kunde kann zwischen mehreren Anbietern wählen und sich für das günstigste Angebot entscheiden.
Lieferung und Bezug
Lieferung ist die Einspeisung von Elektrizität in die Kundenanlage, Bezug ist die Entnahme von Elektrizität aus dem Netz des EVU, beides aufgrund eines Vertrages gegen Entgelt. Lieferung und Bezug können auch zwischen EVU und EVU und zwischen EVU und Eigenerzeuger erfolgen.
Luftmasse
Die Luftmasse der Erdatmosphäre, durch die das Sonnenlicht dringt, beeinflusst dessen Zusammensetzung. Der Zahlenwert bei AM 1.5 ist der Faktor, um den der minimale Weg durch die Atmosphäre bei senkrechtem Einfall verlängert wird.
M
Maximumüberwachung
Sind technische Einrichtungen, die vollautomatisch den Lastgang eines Betriebes bzw. eines Stromversorgungsunternehmens überwachen. In Abhängigkeit der im Vorfeld gesetzten Prioritäten kann die Maximumüberwachungsanlage stromintensive Verbraucher vom Netz abschalten oder regeln bzw. Stromerzeugungsanlagen einschalten. Maximumüberwachungsanlagen dienen zur Reduzierung der Stromspitzen zu lastintensiven Zeiten.
Messperiode
Messperiode ist eine sich ständig wiederholende Zeitspanne (z.B. 1/4 Stunde oder 96 Stunden), in der die jeweils bezogene elektrische Arbeit erfasst wird, um hieraus die in der jeweiligen Messperiode in Anspruch genommene mittlere Leistung bzw. die Leistungswerte festzuhalten. Die Wiederholung der Messperiode erfolgt entweder in einem Zeittakt entsprechend der vollen Messperiode (z.B. bei den im 15-Minuten- Takt aufeinanderfolgenden 1/4-Stunden-Messperioden) oder, bei längeren Messperioden in einem kürzeren Zeittakt mit sich überlappenden Messperioden (z.B. 60-Minuten-Takt bei der "gleitenden" Feststellung der 96-Stunden-Leistung.
Messzeitspanne
Messzeitspanne ist die Zeitspanne (z.B. innerhalb eines Tages, einer Woche, eines Jahres), in der Leistung und/oder Arbeit jeweils gesondert erfasst werden.
Mittelspannung
Mittelspannung dient zur Energieübertragung im regionalen Bereich und auch zur Einspeisung größerer Sondervertragskunden. Der Spannungsbereich ist definiert zwischen 1.000 Volt und 60.000 Volt (1 kV bis 60 kV), gebräuchlich: 10 kV; 20 kV; 30 kV.
Mittelspannungsnetz
Die Mittelspannungsnetze dienen zur Verteilung des Stroms zwischen den Städten und Dörfern einer Region. Die Spannung in diesen Freileitungen und Erdkabeln beträgt zumeist 20 kV.
Müllverbrennung
Immer mehr Städte, Kreise und Regionen sind mangels Deponieraum darauf angewiesen, den eingesammelten Müll zu verbrennen. Die in den entsprechenden Verbrennungsanlagen anfallende Wärme kann für die Fernheizung genutzt werden. Probleme bereitet die Freisetzung von Schadstoffen, weshalb aufwendige Filter in die Abgas-Kamine eingebaut werden.
N
Nachtspeicherheizung
Nachtspeicherheizungen erzeugen mit verbilligtem Nachtstrom Wärme, speichern diese in zumeist keramischen Materialien und geben sie über den Tag verteilt wieder ab. Moderne Speicherheizungen erfordern eine sogenannte Tagnachladung, die zumeist in den frühen Nachmittagsstunden stattfinden.
Nachtstrom
Strom, der zu bestimmten Niedrigtarif-Zeiten nachts und ggf. am Wochenende bezogen wird. Nachtstrom wird mittels Zweitarifzähler (HT/NT-Zähler) oder separatem Nachtstromzähler für Speicherheizungen gemessen und mit eigenen Tarifen abgerechnet.
Nennleistung
Nennleistung ist diejenige elektrische Leistung, für die eine elektrische Verbrauchseinrichtung ausgelegt ist. Anmerkung: Die Nennleistung ist im Allgemeinen aus dem Typenschild ersichtlich. Die Nennleistung einer Erzeugungs-, Übertragungs- und Verbrauchsanlage ist die höchste Dauerleistung, für die sie gemäß den Liefervereinbarungen bestellt ist. Ist die Nennleistung nicht eindeutig nach den Bestellunterlagen bestimmbar, so ist für die Neuanlage einmalig ein - unter Normalbedingungen - durchschnittlich erreichbarer Leistungswert zu ermittelt.
Netz
Gesamtheit der Miteinander verbundenen Anlageteile zur Übertragung und Verteilung elektrischer Energie. Das Netz kann u.a. nach Aufgaben, Betriebsweise, Spannung und nach Besitzverhältnissen benannt werden. Netzführung: Einsatz der Betriebsmittel für Übertragung und Verteilung mit dem Ziel, die Versorgung zuverlässig, sicher und so kostengünstig wie möglich zu gewährleisten.
Netz der öffentlichen Versorgung
Gesamtheit von Leitungen und Stationen zur Übertragung und Verteilung elektrischer Energie, die von Unternehmen der öffentlichen Elektrizitätsversorgung betrieben werden.
Netzeinspeisung
Kleine Anlagen zur Stromerzeugung - zumeist privat betriebene Solar-, Wasser- oder Windkraftanlagen - liefern oftmals überschüssige Energie, die von den Betreibern nicht genutzt werden kann. Die regionalen Netzbetreiber sind verpflichtet, diese Energie in ihr Stromnetz zu übernehmen, d. h. einspeisen zu lassen. Die Vergütung darf einen bestimmten Prozentsatz des durchschnittlichen Strompreises nicht unterschreiten.
Netzparallelbetrieb
Ist das Betreiben von Eigenstromerzeugungsanlagen parallel zur öffentlichen Stromversorgung. Im Falle einer Versorgungsunterbrechung seitens des Netzbetreibers muss sichergestellt sein, dass sich die Stromerzeugungsanlage sofort und eigenständig vom Netz trennt, damit eine Rückspeisung der Erzeugungsanlage in das öffentliche Netz ausgeschlossen ist.
Netzrückwirkung
Sind Beeinflussungen der Spannungsqualität des "Produktes Strom". Beispiel: Kompensationsanlagen bzw. Frequenzumformer, die mit der Phasenanschluss- Steuerung arbeiten können zu entsprechenden Beeinflussungen der sinusförmigen Wechselspannung kommen. Diese Spannungsspitzen bzw. Transienten können sich wiederum bei anderen empfindlichen Einrichtungen im benachbarten Ortsnetzbereich wie z.B. Computeranlagen, elektronischen Steuerungen etc. negativ bemerkbar machen und zu Störungen führen.
Niederspannung
Dient der Tarifkunden-Ortsnetzversorgung. Die Spannungsebene ist definiert für Wechselstrom zwischen 50 und 1.000 Volt (1kV), Gleichstrom zwischen 75 und 1500 Volt, gebräuchlich: 230/400 Volt (Haushalte nicht mehr als 250 Volt). Niedrigere Spannungen werden als Kleinspannung bezeichnet, höhere als Mittel- oder Hochspannung.
Niederspannungsnetze
Niederspannungsnetze liefern den Strom innerhalb von Städten und Dörfern zu den Anschlüssen der Kunden. Die Spannung in den Erdkabeln oder Freileitungen beträgt in Mitteleuropa 400 V.
Niedertarif
Im Niedertarif (NT) - auch Schwachlasttarif genannt - wird der Stromverbrauch verrechnet, der montags bis freitags zwischen 23 und 6 Uhr, samstags zwischen 13 und 24 Uhr und an Sonn- und Feiertagen zwischen 0 und 6 Uhr erfolgt. In der restlichen Zeit wird im Hochtarif - auch Normaltarif genannt - abgerechnet. Um zwischen beiden Tarifen unterscheiden zu können, benötigt der Verbraucher ein Zweitarifgerät sowie ein Tarifschaltgerät.
Notstromaggregat
Sind technische Einrichtungen, die notwendig werden im Falle des Spannungsausfalls die komplette oder teilweise Aufrechterhaltung der Stromversorgung zu realisieren. Notstromanlagen gibt es in den verschiedensten Bautypen z.B. Batterieanlagen für die Realisierung einer Notbeleuchtungsanlage als unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) für Telefonanlagen, Computersysteme u.ä. Für die Abdeckung größerer Versorgungsbereiche werden in der Regel Dieselbetriebene Generatoren eingesetzt.
NT-Zeiten
Niedrigtarif-Zeiten (siehe auch Zweitarifzähler).
O
Ökosteuer
Stromsteuer.
Öko-Strom
Öko-Strom oder "Grüner Strom" ist Strom, der ausschließlich aus regenerativen, d. h. erneuerbaren Energiequellen erzeugt wird. Dazu gehören zum Beispiel Wassekraftwerke, Windparks, Solarstromanlagen und Biogaskraftwerke. Die Menge des heute vorhandenen Öko-Stroms würde bei weitem nicht dazu ausreichen, den Strombedarf in Deutschland zu decken. Momentan könnten nur ca. 5 % des gesamten Strombedarfs aus regenerativen Energiequellen gedeckt werden.
P
Photovoltaik
Mit Photovoltaik wird die Technik einer Solarzelle bezeichnet, die aus Licht Strom erzeugt. Zum photovoltaischen Prinzip: Auf die Grenzschicht zwischen zwei Halbleitern von unterschiedlichem Stromleitungsmechanismus fällt Sonnenlicht, wodurch sich zwischen den Halbleitern elektrische Spannung bildet. Die Stromstärke nimmt mit Beleuchtungsstärke und Flächengröße zu. Der Vorteil der Photovoltaik ist deren Umweltfreundlichkeit; nachteilig zu bewerten ist die geringe ökonomische Effizienz.
Pumpspeicherwerk
Ein Pumpspeicherkraftwerk ist ein Wasserkraftwerk, das Wasser in ein Staubecken pumpt, um im Bedarfsfall einen höheren Energiebedarf abdecken zu können: Steht ausreichend Strom zur Verfügung, wird Wasser in das Staubecken gepumpt; wird vermehrt Energie benötigt, wird das derart gespeicherte Energiepotential genutzt, indem Wasser abgelassen und eine stromerzeugende Turbine angetrieben wird.
Q
R
Reaktorsicherheit
Unter Reaktorsicherheit werden alle Maßnahmen zusammengefasst, die in Kernkraftwerken getroffen werden, um bei einem etwaigen Störfall die Freisetzung von Radioaktivität zu vermeiden, respektive um die Schäden minimal zu halten. Die Ausnutzung physikalischer Effekte (innere Sicherheit) geht dabei einher mit baulichen und organisatorischen Maßnahmen (äußere Einflüsse).
Regenerative Energien
Regenerative Energien sind erneuerbare Energien, wie beispielsweise Wasser, Wind und Sonne. Gegenteil sind Kernenergie, Kohle, Erdöl und Erdgas, deren Verfügbarkeit begrenzt ist.
Regionalversorger/Regionalverteiler
Regional tätige Energieversorgungsunternehmen, die die Mittel- und Niederspannungsnetze innerhalb einer Region betreiben. Sie beliefern sowohl private und gewerbliche Endkunden als auch Industriebetriebe und Stadtwerke mit Strom. Einige Regionalversorger bieten darüber hinaus auch Gas und Wasser an.
Reserveleistung
Reserveleistung ist diejenige elektrische Leistung, die ein EVU einem Kunden mit Eigenanlagen zur Stromerzeugung für den Fall zur Verfügung hält, dass diese vorübergehend durch eine Störung ganz oder teilweise ausfallen oder wegen einer Revision stillgesetzt werden.
Ringnetz
Netz mit Ringleitungen, die von einer Anlage ausgehen und wieder zu ihr zurückführen. Eine Ringleitung kann offen oder geschlossen betrieben werden.
S
Schaltanlage
Der Teil einer Station, in dem Leistungen und andere elektrische Betriebsmittel wahlweise miteinander verbunden oder voneinander getrennt werden können. Eine Schaltanlage kann entsprechend ihrer Bauweise näher gekennzeichnet werden. Beispiele: Freiluft Schaltanlage, fabrikfertige Schaltanlage, SF6-isolierte Schaltanlage.
Schaltstation
Station, die eine Schaltanlage, jedoch keine Transformatoren zur Netzeinspeisung enthält.
Scheinleistung
Scheinleistung ist die geometrische Summe aus Wirk- und Blindleistung. Sie ist u.a. für die Auslegung elektrischer Anlagen maßgebend.
Siedewasserreaktor
Ein Siedewasserreaktor ist ein Kernreaktor, in dem Wasser sowohl als Kühlmittel als auch als Moderator dient und in der Spaltzone siedet. Der entstehende Dampf wird im Allgemeinen direkt zum Antrieb einer Turbine verwendet. Die Brennelemente, die das Urandioxid enthalten, befinden sich in dem zu etwa zwei Drittel mit Wasser gefüllten Druckbehälter. Das Wasser strömt von unten nach oben durch den Reaktorkern und führt dabei die in den Brennstäben entwickelte Wärme ab. Ein Teil des Wassers verdampft. Nach einer Dampf-Wasser-Trennung im oberen Teil des Druckbehälters wird der Sattdampf mit einer Temperatur von rund 290 ƒC und einem Druck von ca. 70 bar (7 MPa) direkt der Turbine zugeführt. Es sind bis zu 4500 t Dampf pro Stunde. Die Turbine ist mit einem Drehstromgenerator gekoppelt. Der aus der Turbine austretende Dampf wird im Kondensator verflüssigt. Dazu sind pro Stunde etwa 120 000 m3 Kühlwasser erforderlich, die einem Fluss entnommen werden, oder bei Rückkühlbetrieb aus dem Kühlturmkreislauf stammen.
Solararchitektur
Solararchitektur meint, dass Gebäude so gestaltet werden, dass sie möglichst viel Sonnenenergie zur Heizung von Räumen einfangen. Grundsätzlich gilt, dass die Gebäude nach Süden ausgerichtet sein müssen, Mauern und Fußböden als nächtlicher Energiespeicher dienen und die Nordseite abgeschlossen sein muss. Bei der "passiven" Solarnutzung werden Fenster und Mauern so gestaltet, dass sie möglichst viel Sonnenenergie speichern und zur Heizung auf die einzelnen Räume verteilen. Bei der aktiven Solarnutzung werden Kollektoren auf Dächern und/oder Wänden installiert, so dass Luft und Wasser für Heizung und Warmwasserbereitung erwärmt werden können.
Sondervertragskunden
Sondervertragskunden sind alle Kunden, die nicht Tarifkunden sind. Mit ihnen sind besondere Versorgungsbedingungen und/oder Preise in einem Sondervertrag vereinbart.
Sonnenenergie
Es existieren zwei Technologien zur Erzeugung von Strom aus Sonnenenergie. In Photovoltaik-Anlagen erzeugt UV-Strahlung in Halbleiterschichten freie Ladungsträger, die einen Stromfluss ergeben. Sonnenkollektoren setzen dagegen Sonnenwärme zur Erzeugung von Dampf ein; dieser setzt dann eine Turbine in Gang.
Spannungsregelung
Halten der Netzspannung innerhalb eines vorgegebenen Sollwertbereiches.
Stadtwerke
Lokale Energieversorgungsunternehmen, die die Mittel- und Niederspannungsnetze innerhalb einer Stadt oder Gemeinde betreiben. Sie beliefern sowohl Industriebetriebe als auch private und gewerbliche Endkunden mit Strom. Einige Stadtwerke bieten darüber hinaus auch Gas und Wasser an.
Station
Der Teil eines elektrischen Netzes, der an einem bestimmten Ort hauptsächlich die Enden der Übertragungs- oder Verteilungsleitungen, Schaltanlagen, Gebäude und möglicherweise Transformatoren umfasst. Eine Station enthält im Allgemeinen Einrichtungen für Zwecke der Netzsicherheit und -führung (z.B. Schutzeinrichtungen). Die Station kann entsprechend der Art des Netzes, der Spannungsebene, der Zweckbestimmung, der Bauweise näher gekennzeichnet werden. Beispiel: Verteilungsstation, 20-kV-Station, Maststation.
Strahlennetz
Netz, dessen Leitungen von einem Einspeisepunkt strahlenförmig ausgehen, d.h. nur von einem Ende gespeist werden.
Strom
Der Fluss von Elektronen vom Minuspol zum Pluspol.
Strombörse
In einer Strombörse verhandeln Stromanbieter und Kunde. Es gibt sowohl die Möglichkeit standardisierte, als auch "maßgeschneiderte" Produkte zu erwerben. Der Börsenhandel verringert die Transaktionskosten, die dem Partner automatisch vermittelt werden. Zudem wird vor allem das Ausfallrisiko minimiert. Aber eine Strombörse ist deshalb auch ein Handelsplatz, auf dem Faktoren wie Brennstoffkosten sowie Unsicherheiten über den Elektrizitätsverbrauch, zum Beispiel aufgrund klimatischer Einflüsse etc., die Angebot und Nachfrage nach Strom beeinflussen, in den Strompreis eingerechnet werden. Es müssen standardisierte Produkte existieren, beispielsweise hinsichtlich Qualität, Liefermenge, Lieferort und Lieferzeitraum. Teilnehmer am Börsenhandel können Stromerzeuger, Großkunden, Stromhändler und Weiterverteiler sein. Entsprechend kann der Strompreis schwanken. Die Börse übernimmt zudem Abrechnung, garantiert die Einhaltung der Kontakte und überwacht die Leistungen. Sie ist eine sogenannte Clearing-Stelle.
Stromhandel
Strom wird heute vor allem zwischen den Verbundunternehmen gehandelt, um kurzfristige Bedarfsspitzen auszugleichen. Daneben kann Strom an Börsen ähnlich wie Aktien, Gold oder andere Rohstoffe gehandelt werden. In den USA und Skandinavien existieren bereits Strombörsen, an denen der Preis stets aus dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage ermittelt wird. Am Stromhandel nehmen die Erzeuger und große Stromkunden teil (Industrie, Stadtwerke und unabhängige Stromhändler). Die deutsche Strombörse wird in Frankfurt am Main entstehen.
Stromhändler/ Stromlieferant
Unternehmen, welche Strom von den Stromerzeugern beziehen und als Partner des Kunden dafür Sorge tragen, dass der angeforderte Strom an den notwendigen Abnahmestellen zur Verfügung steht. Stromhändler werden in der Regel von Kunden angefragt, die hauptsächlich an der Dienstleistung "Stromlieferung" interessiert sind, können aber auch alle Funktionen der Stromvermittler übernehmen. Stromhändler bieten in der Regel einen KWh-Preis an (inkl. Konzessionsabgabe, Leitung, Durchleitung, Ökosteuer).
Stromnetz
Das Stromnetz besteht aus drei Spannungsebenen mit dazwischenliegenden Umspannwerken. Die oberste Ebene ist das Hochspannungsnetz. In Überlandleitungen wird der Strom über groþe Entfernungen transportiert. Zur Verteilung des Stroms zwischen den Städten und Dörfern einer Region dient das Mittelspannungsnetz. Dieses besteht aus Freileitungen oder Erdkabeln. Innerhalb von Städten und Dörfern wird der Strom im Niederspannungsnetz zu den Hausanschlüssen der Kunden geliefert.
Stromsteuer (Ökosteuer)
Seit 1. April wird nach dem Gesetz zum Einstieg in die ökologische Steuerreform für Strom eine Verbrauchsteuer von 2 Pf pro Kilowattstunde erhoben.
StromStG
Siehe Stromsteuergesetz.
T
Tarifkunden
Tarifkunden sind Kunden, die nach dem Energiewirtschaftsgesetz (ß 6 Abs.1), gemäþ AVBEltV und auf Grundlage der BTOElt zu den Allgemeinen Tarifen des EVU aus dem Niederspannungsnetz versorgt werden.
Thermische Belastbarkeit
Höchste mit Rücksicht auf die Erwärmung eines Betriebsmittels zulässige Dauerbelastung.
Thermografie
Bei der Thermografie wird die für das Auge nicht sichtbare Wärmestrahlung auf einem Film oder einem Bildschirm sichtbar gemacht. Dadurch können Schwachstellen in der Gebäudedämmung erkannt werden.
Transformator
Ist ein elektrisches Betriebsmittel um die Versorgungsspannung anzuheben bzw. herabzusetzen. Beispiel: Ein Ortsnetztransformator in einer Transformatorenstation setzt die Spannung von 20.000 Volt auf eine verbraucherübliche Nutzspannung von 400 Volt herab.
U
Übergabestation
Trifft man insbesondere bei Industriekunden an, deren Leistungen das übliche Maß eines Niederspannungskunden übersteigt. In der Regel befindet sich beim Kunden eine Mittelspannungseinschleifung inkl. einer Messzelle, die der örtliche Netzbetreiber betreibt und unterhält. Der Kunde betreibt den Mittelspannungsschaltteil für den Transformator sowie den Transformator und den anschließenden Niederspannungsbereich seines Betriebes.
Übertragung
Als Übertragung wird der technisch-physikalische Vorgang der Einspeisung von Elektrizität an einer Übergabestelle und ihrer zeitgleichen Entnahme an einer anderen Übergabestelle desselben Netzes bezeichnet.
Übertragungsfähigkeit
Maximal zulässiger Wert der Belastung einer Verbindung unter Berücksichtigung ihrer elektrischen und sonstigen physikalischen Eigenschaften unter festgelegten Bedingungen. Übertragungsnetz: Netz, das der Übertragung elektrischer Energie zu nachgeordneten Verteilungsnetzen dient.
Übertragungsverluste
Entstehen bei der Weiterleitung und Umspannung elektrischer Energie. Übertragungsverluste steigen im Quadrat zur übertragenen Stromstärke. Das ist der Grund, dass Strom hinsichtlich der Übertragung über größere Entfernungen mit Hilfe von Transformatoren hochtransformiert wird. Für den Fall, dass Netzbetreiber Energie Dritter durchleiten werden die Übertragungsverluste ermittelt und in der Durchleitungsgebühr berücksichtigt.
Umspannstation
Station mit Transformatoren zur Verbindung zweier oder mehrerer Netze unterschiedlicher Spannung.
Umspannwerk
Ein Umspannwerk - überwiegend als Freiluftanlage - wandelt die Wechselspannung von 380 kV bzw. 220 kV auf 110 kV um. Mit 110 kV erfolgt eine weitere regionale Verteilung des Stroms zu den Umspannwerken von 110 kV auf 20 kV.
V
Verbundnetz
Netz, das aus zusammen geschalteten Höchstspannungsnetzen besteht. Es dient der Störungsaushilfe, der Unterstützung in außergewöhnlichen Versorgungssituationen und dem vereinbarten Austausch von elektrischer Energie.
Verbundunternehmen
Die Stromversorgung wird durch acht Verbundunternehmen dominiert: Bayernwerk, Berliner Kraft- und Licht BEWAG, Energie Baden-Württemberg, Hamburgische Elektricitätswerke HEW, Preußen Elektra, RWE, Vereinigte Energiewerke VEAG und die Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen. Sie erzeugen 79% des Stroms und besitzen die Hoch- und Höchstspannungsnetze. Die Regionalunternehmen beziehen ihren Strom größtenteils von den Verbundunternehmen.
Versorgungssicherheit
Fähigkeit eines Netzes, zu einem gegebenen Zeitpunkt seine Versorgungsaufgabe im Falle eines Fehlers zu erfüllen.
Versorgungsspannung von Tarifkunden
Dem Tarifkunden wird Drehstrom mit einer Spannung von etwa 400 Volt bzw. Wechselstrom mit einer Spannung von etwa 230 Volt zur Verfügung gestellt. Die Frequenz beträgt 50 Hz.
Versorgungszuverlässigkeit
Fähigkeit eines Netzes, seine Versorgungsaufgabe unter vorgegebenen Bedingungen während einer bestimmten Zeitspanne zu erfüllen.
Verteilungsnetz
Netz, das innerhalb einer begrenzten Region der Verteilung elektrischer Energie zur Speisung von Stationen und Abnehmeranlagen dient.
Vollstrombelieferung
Ist die 100 % ige Belieferung durch einen Versorger entsprechend der Lastgangkurve des Kunden (Industriebetrieb bzw. Weiterverteiler).
Vorhalteleistung
Ist die für den Kunden max. vorzuhaltende elektrische Anschlussleistung seiner Abnahmestelle.
Vorschaltgeräte
Energiesparlampen sind mit den gewöhnlichen Leuchtstoffröhren verwandt. Sie sind wie diese nicht direkt an das Stromnetz anschließbar, sondern benötigen eine Vorschaltung mit Starter und Drossel. Bei den direkt austauschbaren Energiesparlampen ist diese Vorschaltung bereits integriert. Für Energiesparlampen ohne integrierte Vorschaltung gibt es externe Hochfrequenz-Vorschaltgeräte mit denen sich die Lebensdauer dieser Lampen auf bis zu 20.000 Stunden erhöhen lässt.
W
Wärmepumpe
Die Wärmepumpe ist ein besonders umweltfreundliches Heizsystem. Unter der Ausnutzung von Umgebungswärme entstehen aus 1 kWh Strom bis zu 4 kWh Wärme. Im Prinzip funktioniert sie wie ein umgekehrter Kühlschrank.
Wasserkraft
Wasserkraft ist derzeit die bedeutendste erneuerbare Energiequelle. Sie deckt bereits bundesweit knapp 5 Prozent des Strombedarfs. Über Laufwasser-, Speicher-, Pumpspeicher- und Gezeitenkraftwerke wird die Bewegungsenergie des Wassers genutzt und in den Turbinen der Wasserkraftwerke in elektrische Energie umgewandelt. Weltweit sind augenblicklich Wasserkraftwerke mit einer Leistung von 780.000 Megawatt in Betrieb. Früher wurde Wasserkraft über Wasserräder meistens zur Verrichtung mechanischer Arbeit genutzt (Mühlen). Seinerzeit unterschied man zwischen oberschlächtigen Rädern (dabei werden die Schaufeln des Rades von oben mit Wasser gespeist) und unterschlächtigen Rädern (hierbei hängend die unteren Schaufelspitzen in fließendem Wasser). Die heutige Nutzung der Wasserkraft erfolgt über Turbinen. Einer der großen Vorteile der Wasserkraft liegt in seiner einfachen Speicherbarkeit. Durch Aufstauung oder durch Hochpumpen auf ein höheres Niveau (Pumpspeicherkraftwerke) ist die Wasserkraft fast verlustfrei.
Windenergie
Die Windenergie gehört zu den regenerativen, also erneuerbaren Energien. Theoretisch könnte man mit zehn Windkonvertern an der Nordseeküste jährlich zirka 12,5 Millionen Kilowattstunden erzeugen. Das würde den Jahresstrombedarf von etwa 4000 Haushalten decken. Die Geschichte der Windenergienutzung hat in Deutschland eine lange Tradition, da sie schon seit Jahrhunderten genutzt wird und den Menschen früher viel körperliche Arbeit erspart hat. Windmühlen dienten früher etwa dem Mahlen von Getreide; errichtet wurden sie in solchen Regionen, in denen man sich keine Wasserkraft zu Eigen machen konnte. Erst durch die Industrialisierung und die nunmehr dominierenden Dampf- und Verbrennungsmaschinen nahm die Anzahl der Windmühlen Ende des 19. Jahrhunderts ab. Seit gut zwei Jahrzehnten beschäftigen sich private Initiativen, kleinere Unternehmen sowie große Forschungseinrichtungen wieder verstärkt mit Windenergie.
Windkraftanlagen
Machte man sich früher die mechanische Energie mittels Windmühlen zu Eigen, so versucht man heute, mit modernen Windkraftanlagen elektrische Energie zu erzeugen. Diese Räder arbeiten überwiegend nach dem Auftriebsprinzip, wobei aerodynamisch geformte Rotorblätter eingesetzt werden. Windkraftanlagen werden zumeist nach ihrer installierten Leistung klassifiziert. Kleinanlagen bringen eine Leistung von bis zu 70kW und sind etwa 25 Meter hoch. Mittlere Anlagen haben eine Leistung von 70 bis zu 750kW und sind zwischen 40 und 65 Metern hoch. Großanlagen liegen vom Leistungsniveau über 750 kW und ragen bis zu 100 Meter in den Himmel. Noch größere Anlagen, wie sie derzeit entstehen, werden in der sogenannte "Megawatt-Klasse" zusammengefasst. Eine Windkraftanlage besteht aus den folgenden Teilen: Mast, Gondel, Rotorblätter, Getriebe, Rotorwelle, Generator, Steuerfahnen sowie aus der EMSR-Technik.
Wirkleistung
Wirkleistung ist die elektrische Leistung, die für die Umsetzung in eine andere Leistung, z.B. in mechanische, thermische, chemische, optische oder akustische Leistung verfügbar ist.
Wirkungsgrad
Der Wirkungsgrad bezeichnet das Verhältnis von abgegebener und aufgenommener Leistung bei Energieumwandlungen. Einen besonders hohen Wirkungsgrad erreichen Anlagen mit gleichzeitiger Nutzung der bei der Stromproduktion anfallenden Wärme.
X
Y
Z
Zählerfernübertragung
Messeinrichtungen der neueren Generation bieten die Möglichkeit Daten in vielfältigster Weise zu speichern, z.B. Wirkarbeit, Blindarbeit aufgesplittet in verschiedene Tarifzonen, sowie die gemessene Leistung im Viertelstundentakt bzw. in individuell vorgegebenen Zeiträumen. Die Datensammlung kann über einen sehr großen Zeitraum, z.B. ein Jahr erfolgen. Dies hat zur Folge, dass die heutigen Zähler, ohne ein manuelles Ablesen in der Lage sind in Abhängigkeit von Datum und Uhrzeit die entsprechenden Lastprofile der Kundenabnahmestelle aufzuzeichnen. Um einen schnelleren Zugriff auf die Daten zu realisieren ergibt sich die Notwendigkeit, die Zähler per Fernübertragung über Telekomleitungen bzw. eine Steuerleitung bzw. Funksysteme und andere Einrichtungen auszulesen.
Zusatzleistung
Zusatzleistung ist diejenige elektrische Leistung, die ein EVU einem Kunden mit Eigenanlagen zur Stromerzeugung zur Verfügung stellt, soweit der Leistungsbedarf über die Leistung der Eigenanlage hinausgeht.
Zweitarifzähler (HT/NT-Zähler)
Zähler, mit dem der Strom in verschiedenen Zeiträumen getrennt gemessen werden kann. Damit besteht die Möglichkeit, unterschiedliche Preise je Kilowattstunde für den Strombezug am Tag und in der Nacht anzubieten. Die Niedertarif-Zeiten (NT-Zeiten oder auch Schwachlastzeiten) erstrecken sich zumeist von 21 oder 22 Uhr bis 6 Uhr sowie eventuell über das Wochenende. Die Hochtarif-Zeiten (HT-Zeiten) erstrecken sich über die restlichen Tages- bzw. Wochenzeiten.
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